Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bienen und Hummeln? Können Hummeln zusammen mit Bienen eingesetzt werden? Wie lange hält die Bestäubungsleistung der Hummelkästen an? Koppert hat diese und weitere  Fragen für Sie gesammelt und in der FAQ-Liste mit Antworten gebündelt.

Unsere Hummeln

Wie unterscheiden sich Hummeln von Bienen?

Bei der natürlichen Bestäubung ergänzen Hummeln und Bienen einander durch unterschiedliche Stärken.
Der größte Vorteil von Hummeln gegenüber Bienen ist der, dass sie auch bei schlechteren Witterungsbedingungen ausfliegen. 
So sind sie beispielsweise früher am Morgen, bei niedrigeren Temperaturen und auch bei leichtem Regen und Wind aktiv.
Auch können sich Hummeln bei eingeschränkten Lichtverhältnissen besser orientieren (zum Beispiel unter Hagelnetzen) und durchfliegen die Kultur tendenziell im Zick-Zack-Flug.

Produzieren Hummeln Honig?

Nein. Obwohl Hummeln genau wie Bienen Nektar sammeln, müssen sie keine Wintervorräte anlegen (weil nur die Königinnen überwintern). Weil Hummeln im Gegensatz zu Bienen keine organisierte Neststruktur haben, wäre die Entfernung der Waben (Honiggefäße) von Larven / Eiern / Pollen auch erheblich schwieriger.

Wurde auch bei Hummeln „Colony Collapse Disorder“ beobachtet??

Nein, das als „Colony Collapse Disorder“ (CCD) bezeichnete unerklärliche Bienensterben wurde bei Hummeln nicht beobachtet.
Auch wenn die genauen Ursachen nicht bekannt sind, scheint eine Kombination aus Parasiten und Pestiziden für das Massensterben verantwortlich zu sein.
Weil Bienen als komplettes Volk überwintern, sind sie hierfür anfälliger.
Bei Hummeln überwintert nur die Königin, weshalb die Völker von CCD nicht betroffen sind.

Können Hummeln stechen und wenn ja, sterben sie danach?

Hummeln stechen, aber nur zur Selbstverteidigung und fast ausschließlich in der Nähe ihrer Stöcke oder wenn sie in ihrer Bewegung eingeschränkt werden (zum Beispiel wenn man auf sie tritt oder sie mit der Hand zu halten versucht). Wenn Hummeln stechen, hinterlassen sie in der Haut keinen Giftstachel, weshalb sie weiterleben können. Hummeln gelten im Allgemeinen als weniger aggressiv als Bienen und Wespen.

Können Hummeln gemeinsam mit Bienen eingesetzt werden?

Hummeln und Bienen können gemeinsam eingesetzt werden, sofern einige Vorkehrungen getroffen werden. Die Hummelkästen von Koppert enthalten Zuckerwasser, durch das Bienen angelockt werden können, insbesondere wenn sich noch keine Blüten geöffnet haben. Wenn Bienen anfangen, die Kästen zu befliegen, kann sich dies auf die Gesundheit und Lebensdauer der Hummelvölker nachteilig auswirken. Bei gemeinsamem Einsatz von Hummeln und Bienen empfiehlt Koppert, die Kästen der beiden in einer Entfernung von mindestens 90 bis 100 Metern aufzustellen. Es wird empfohlen, die Bienen später bzw. erst dann auszubringen, wenn sich mindestens 5 Prozent der Blüten geöffnet haben.

Reagieren Hummeln auf Chemikalieneinsatz?

Hummeln reagieren auf Chemikalien genauso sensibel wie Bienen. Welche Vorkehrungen bei der Spritzung von Chemikalien zu treffen sind, erfahren Sie auf der Unterseite über Seiteneffekteoder von Ihrem Vertriebspartner für Koppert-Produkte.

Sind die Stöcke für wild lebende Tiere attraktiv?

Andere Insekten und Tiere können durch das Zuckerwasser und den Pollen in den Stöcken angelockt werden. Die meisten der angelockten Insekten sind störend, beeinträchtigen aber nicht die Vitalität der Stöcke. Tiere wie Bären können hingegen eine ernsthafte Bedrohung darstellen. Wenn mit Bären zu rechnen ist, wird empfohlen, die Tripol/Quad-Kästen durch einen Elektrozaun zu schützen.

Unsere Produkte

Dürfen die Stöcke aus den Tripol/Quad-Kästen entfernt werden?

Die Kästen sind fester Bestandteil der Bestäubungseinheit und sollten nicht entfernt werden. Sie schützen die Stöcke vor ungünstigen Witterungsbedingungen. Dank der isolierenden Eigenschaften verbrauchen die Hummeln weniger Energie zur Regulierung der Stocktemperatur bei starken Temperaturschwankungen.

Wann sollte eine rechtzeitige Bestellung erfolgen?

Die Hummelproduktion (von der Königin zum Volk) dauert mehrere Monate. Bei Großaufträgen wird empfohlen, Koppert oder einen Koppert-Vertriebshändler zur Gewährleistung einer rechtzeitigen Lieferung 12 bis 14 Wochen im Voraus zu kontaktieren. 
Kleinere Bestellungen können in der Regel innerhalb weniger Tage ausgeführt werden.

Wie viele Stöcke brauche ich?

Die empfohlene Natupol-, Tripol- oder Quad-Anzahl pro Hektar ist von der Kultur, Umgebung und Verfügbarkeit anderer natürlicher oder kommerzieller Bestäuber wie Bienen abhängig. Wir empfehlen, dass Sie sich zur Erörterung einer maßgeschneiderten Strategie mit Ihrem Obstbauberater, Vertriebshändler oder uns direkt in Verbindung setzen.

Wie sind die Stöcke verpackt?

Die empfohlene Natupol-, Tripol- oder Quad-Anzahl pro Hektar ist von der Kultur, Umgebung und Verfügbarkeit anderer natürlicher oder kommerzieller Bestäuber wie Bienen abhängig. Wir empfehlen, dass Sie sich zur Erörterung einer maßgeschneiderten Strategie mit Ihrem Obstbauberater, Vertriebshändler oder uns direkt in Verbindung setzen.

Kann ich die Bestäubungsprodukte von Koppert mit IPM-Verfahren kombinieren?

Ja. Alle IPM-Verfahren und -Produkte von Koppert sind mit dem Hummeleinsatz 100-prozentig kompatibel.

Aufstellung der Hummelkästen

Wann sollten die Stöcke in der Kultur aufgestellt werden?

Koppert empfiehlt, Tripol, Quad bzw. Natupol Booster 4-7 Tage vor Blühbeginn in die Kultur zu stellen. 

Wie lange erfolgt eine Bestäubung durch die Stöcke?

Die Bestäubungsdauer von Natupol kann 6 bis maximal 12 Wochen anhalten. Tripol und Quad bestäuben ca. 6-8 Wochen, Minipol ca. 4-7 Wochen und Natupol Booster bis zu 3 Wochen. Am Ende der Saison sterben die Stöcke auf natürliche Weise.

Wo sollten die Kästen aufgestellt werden?

Koppert empfiehlt die gleichmäßige Aufstellung von Tripol- bzw. Quad-Kästen (mit 3 bzw. 4 Hummelstöcken) innerhalb der Kultur im Schachbrettmuster. Das gleiche gilt für Natupol Booster. Wenn die Hummelkästen nicht in der Kultur aufgestellt werden können, sollten sie gleichmäßig am Rand verteilt werden. Weitere Aufstellungshinweise finden Sie den Gebrauchsanleitungen von NatupolTripol, Natupol Booster und QUAD.

Können Natupol, Tripol und QUAD umgestellt werden?

Sowohl Natupol als auch Tripol und QUAD können in einer Zielkultur umgestellt bzw. in verschiedenen Kulturen mit aufeinander folgender Blüte zum Einsatz kommen.
Schieben Sie dazu ca. 4 Stunden vor Sonnenuntergang den Schieber in die Position, in der die Hummeln nur einfliegen können (mit 1 sichtbaren Flugloch).
Nach maximal 2 Stunden sind alle Hummeln zurückgekehrt und das Türsystem kann komplett geschlossen werden. Danach können die Hummelkästen umgestellt werden.
Warten Sie nach dem Umstellen des Kastens eine halbe Stunde, bevor Sie das Türsystem erneut öffnen. Auf diese Weise haben die Hummeln Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Natupol Booster ist nicht mit einem "Schiebetürchen" (Beehome-Funktion) ausgestattet. Der Kasten wird daher am besten nach Sonnenuntergang geschlossen, bevor er umgestellt wird.

 

 

 

Wie kann ich die Kästen vor dem Einsatz von Chemikalien schließen?

Jeder Kasten hat ein Ein- und Ausflugloch. Durch Betätigung des schwarzen Schiebers im Türsystem können Hummeln ein-, aber nicht mehr ausfliegen. Wenn Sie die Arbeiterinnen im Hummelkasten sammeln wollen, stellen Sie den Schieber vorsichtig so ein, dass die Tiere nur noch einfliegen können. Es wird empfohlen, dies vor Sonnenaufgang zu tun, da die Hummeln zu dieser Zeit weniger aktiv sind. Belassen Sie das Türsystem für mindestens zwei Stunden nach Sonnenaufgang in dieser Position, um sicherzustellen, dass alle Hummeln in den Stock zurückkehren können. Schließen Sie die Kästen vor dem Einsatz von Chemikalien vollständig. Die Hummeln bleiben bis zur empfohlenen Wiederaussetzung im Kasten.

Was versteht man unter Überbestäubung und muss ich dieser vorbeugen?

Zu einer Überbestäubung kommt es, wenn Gewächshaus-Erdbeeren von Hummeln aufgrund von Nahrungsmangel zu oft besucht werden. Dabei schütteln die Tiere die Staubgefäße der Blüten so stark, dass die Frucht beschädigt wird und später deformiert sein oder dunkle Flecken aufweisen kann. Weil Hummeln von Natur aus erkundungsfreudig sind, ist dieses Verhalten in Freilandkulturen nie ein Problem. In Gewächshauskulturen wurde das Phänomen bisher nur an Erdbeeren beobachtet, allerdings nur dann, wenn die Hummeldichte zu hoch war. Prüfen Sie deshalb zusammen mit Ihrem Berater, wie viele Stöcke für Ihre Kultur angemessen sind.

Finden Sie Ihren Vertriebspartner